Montag, 1. Dezember 2008

* Kassiopeia - Discography (1994)



1. Schwach
2. Blicke
3. Traum vom Feuer
4. Menschenkraft
5. Dreckige Akzeptanz
6. Scham
7. Knife

(irgendwann 1994 - Noel) Es ging nicht nur darum musik zu machen. -- Es ging darum, nicht jeden verdammten Tag im Jugendzentrum abzugammeln, um zu saufen, karten zu spielen oder oberflaechlich Scherze zu machen. Wir alle erwarteten mehr von unserer Freizeit und sahen es nicht ein sie Tag fuer Tag in diesem Scheisskaff wegzuwerfen. Etwas neues, anderes wollten wir. Es sollte eigenstaendig und von uns geschaffen sein um unsere Gefuehle und Meinungen ausdruecken und mitteilen zu koennen. Wir wollten nicht laenger konsumieren, sondern selber gestalten. Also gingen wir hin und kauften uns fuer wenig Geld unsere Instrumente und fingen an Musik zu machen. Das ist jetzt zwei Jahre her und wir merkten, dass aus dem Chaos Stueck fuer Stueck irgend etwas enstand. Wir entwickelten ein Gefuehl fuereinander, so dass wir bei den Proben teilweise wie in Trance abgerastet sind. Aber es war auch verdammt schwierig, gerade bei Robin, Partick und mir. Unzuverlaessigkeit, Dickkoepfigkeit und Organisationschaos fuehrten zu vermeidbaren Streit, der irgendwann so stark an uns zerrte, dass das Proben irgendwann keinen Spass mehr machte. Der Grund, warum ich das hier schreibe ist der, dass wir es geschafft haben. Wir haben etwas auf die Beine gestellt! Wir haben es geschafft aus diesem verdammten Ort herauszukommen. Wir haben Leute aus ganz Deutschland kennengelernt, die mir heute ziemlich wichtig sind. Wir haben uns durch die Musik mit wichtigen Themen auseinandergesetzt, die fuer mich und bestimmt auch fuer die anderen, viel mehr als irgendwelche Trends waren. Ich koennte mir heute ein Leben ohne Musik nicht mehr vorstellen und hoffe, dass auch die neuen Kassiopeia mir soviel geben werden, wie Robin, Patrick und Hendrik. Wenn Du vielleicht auch in der Situation bist jeden Tag irgendwo abzuhaengen, dann mach was. Irgend etwas, dass Dir Spass macht; ob Musik, Malen oder sonst was. Aber machs auf jedenfall, denn es wird Dir glaub ich spaeter tausendmal mehr bringen als Tag ein Tag aus, den selben Scheiss zu fressen. Du hast es in Deiner eigenen Hand etwas selbstaendiges aufzubauen und nicht irgendein vorgesetztes Zeug zu konsumieren und uebernehmen. Viele Dinge sind dadurch schwieriger, aber im Endeffekt tausendmal wertvoller und wichtiger. Jede/r soll diese Single sehen, wie er/sie will. Ihr koennt von mir aus ueber Qualitaet, Trend und Musikschubladen diskutieren bis Ihr schwarz werdet, doch fuer mich wird sie bleiben, was sie ist: Eine Erinnerung an zwei geniale + anstrengede Jahre, an drei wichtige Freunde und eine Musik, in der ich mich voellig wiederfinde.


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Dienstag, 7. Oktober 2008

* Zandvoort 03.-05.Okt.

Es klingelt, ich drücke den Summer, höre Schritte auf der Treppe. 13Sekunden später steht Gerrit in der Tür. Nach einem "Moin" und ein bisschen small talk packen wir die Sachen zusammen und gehen zum Wagen. Ein silberner Rover. Aber auch so ein Wagen ist nur so gut, wie sein Fahrer. Für die ersten 7km haben wir bereits 45min oder so gebraucht . . . - Stau!! Also weiter über die Landstraße bis wir wieder einigermaßen auf Kurs sind.

Nach einer gefühlten Ewigkeit kommen wir in Zandvoort an und parken direkt an der Strandpromenade. Wunderbar!! Ich habe bis jetzt kaum einen besseren Nordseestrand gesehen als den in Zandvoort. In einem Café am Strand trinken wir ein paar Kaffee und warten auf einen Anruf von den Anderen, die das Apartment gemietet haben. Doch der Anruf lässt auf sich warten. Die beste Antwort auf warten am Strand ist . . .... .. . . Kibbeling am Strand. Also zweimal Kibbeling mit Knoblauchsauze + Cola und einmal Calamaris. . . .. . . . mmmmhhh.. . . .!!

Endlich rufen die Anderen an. Cornelis Slegerstraat 1 ins Navy eingegeben und zwei Minuten später sind wir da. Die Treppe in den zweiten Stock wurde wahrscheinlich original aus einem Fischkutter ausgebaut und dann neu in das Haus hinein verklebt. Unglaublich steil. Nach kurzem PiPaPo über die Bettenverteilung sind wir in den Supermarkt. Ein paar Euro sind von der Buchung über, mit denen wir uns den Kühlschrank für das Wochenende voll packen wollen. Irgendwie kommt es dazu, daß wir zwei Einkaufswagen durch den Supermarkt schieben. Die Meute schwärmt aus und jeder packt sich worauf er Bock hat. Das Ergebnis ist eine exorbitante Menge an Orangensaft .. . .. ich glaube das sind 10,5 Liter, die gesamte Vla vielfalt des Supermarktes, circa 6-8 große Tüten, um den Einkauf überhaupt nach Hause zu bekommen und keine Brötchen!! Dafür allerdings bin ich noch schnell zu Gal&Gal gegenüber (ein Spirituosengeschäft dessen Name noch Programm werden wird) und hab zur Feierlichkeit meines Geburtstages eine große Flasche Smirnoff und eine etwas kleinere Flasche Genever gekauft. Letztere ist originally Dutch.

Mit großartig Essen machen halten wir uns nicht auf. Ich serviere zum Entreé ein Prosecco, weil ich bin alweer een jaar ouder! Beim Singstar spielen reiche ich zum Hauptgang Genever. Der Genever wird dann ziemlich schnell von Dr. Smirnoff abgelöst. Und das alles auf einer stetig währenden Grundlage von Onkel Heineken. Jeder macht da so seine eigenen, speziellen Erfahrungen.

The Day After! 4/6 gehen nach dem Frühstück die Heinekenvorräte auffrischen. Twee halen twee betaalen. Danach met de Brummfiets an Straand und treffen dort zufällig den schon seit ewigkeiten verstorbenen Polarforscher Amundsen!

Der auf uns zu kommende Boudewijn hat besten Kibbeling im Anhänger und begrüßt unsere Bestellung. Zweimal Kibbeling mit Knoblauchsauze + Fanta und einmal Garnelen. . .. . . . . .mmmhh!!!

Mit von Fett durchgespülten Arterien sind wir auf dem Weg zum Apartment. Schnell schließen wir Wii an und bleiben irgendwann bei Mariokart hängen.

Dieser Abend wird bei weitem nicht so laut wie der erste. Beschädigt geben wir unser Bestes, doch reichen tut das nicht. Nudeln mit Tomatensoße befüllen den Magen mit dem erst abgedauten Kibbeling. Der Genever ist immer noch leer, an den Wodka traut sich keiner mehr so richtig aber die zwei Kisten Heineken sind auf wunderbare Weise am nächsten Morgen leer. Bevor wir allerdings pennen gehen, müssen Amundsen und sein Begleiter nochmal an Straand.

Es weht sehr starker Wind. Ein Wind gegen den man sich anlehnen kann. Amundsen verkleidet sich erstmal wieder mit seiner Ausrüstung. Bereit den Südpol erneut zu erreichen tritt er als erster auf den weichen Sand. "Wie Schnee" gibt er zu bemerken. Mir war sofort klar - der Mann weiss wovon er spricht. Wir wagen uns weiter zur Brandung. Amundsen macht einen Windstärketest. Er öffnet seine Jacke, breitet sie wie Batman aus und lehnt sich gegen den Wind. "Boah! Wasn Wind" . . . . . .... .Amundsen hat sicherlich schon viel erlebt, doch das er das hier in dieser Situation bemerkt macht mich nachdenklich. Nachdenklich ob wir jemals wieder den Weg nach Hause finden würden.

Nun beginne ich mit meinen Experimenten unter Extrembedingungen. Ich öffne den Reisverschluss meiner Hose und beginne zu pinkeln. Seitlich zum Wind stehend muss ich erkennen, wie der Strahl im rechten Winkel von der Austrittsstelle abgelenkt wird. "Jau, stimmt wohl" bestätige ich Amundsens Erkenntnis. Wahnsinn!! . . . . .... .. . . . . . . Als weiteren Test schlägt Amundsen den Bierflaschenspaziergangstest vor. Wir legen unsere entleerten Flaschen seitlich auf den Boden. Unsere Beobachtungen sind bahnbrechend . . ... . .die Flaschen rollen fort. Und Amundsen und ich können mühelos mit den rollenden Flaschen schritt halten und gehen neben ihnen spazieren.

Nach Beendigung unserer Experimente machen wir uns auf den Heimweg. Im Lager angekommen finden wir wieder die wohlige Gemütlichkeit und Wärme vor, die wir vor Monaten verlassen hatten. Nachdem wir unsere Geschichten erzählt haben, gehen wir zu Bett und bekommen endlich den wohlverdienten Schlaf, den uns die Durchführung unserer Experimente solange raubte.

Mittwoch, 24. September 2008

* XO

Ich ging das Treppenhaus hoch bis in den zweiten Stock. Sie wartete in der Wohnungstür und musterte die Fingernägel ihrer rechten Hand. Erst kurz bevor ich vor ihr stand schaute sie auf und unsere Blicke trafen sich. Noch wusste wohl keiner von uns beiden, wie wir die Nacht beenden würden.
Jedenfalls setzten wir uns in die Küche. Ich fragte sie nach einem Taschentuch. Herbstliches Winterwetter treibt immer ein bisschen Schnotter in die Nase. ... . . . . .. -Erledigt! Ich mache mein erstes Bier auf. Eigentlich war es schon mein drittes. Denn die ersten Beiden hatte ich bereits zu Hause getrunken. Vielleicht um schonmal ein bisschen Pegel zu bekommen, in "weiser" Voraussicht auf das was mich später noch erwarten würde oder was ich insgeheim sowieso vor hatte.. ... . . . .oder ich mir wünschte! Hemmungen und falsche Scham sind sowieso überflüssig. Vielleicht hat das was mit historisch anthropologischer Entwicklung von uns Würmern zu tun. Vielleicht aber auch mit gesellschaftlichen Zwängen. Vielleicht weißt du aber auch gar nicht, wovon ich gerade schreibe. Egal! Das dritte Bier war offen. Carpinus kam dazu, wir prosteten uns zu, die Flaschen klimperten und wir hatten unseren zweiten bewussten Blickkontakt. Yeah! Ein Thema wechselte das Nächste. Für einen kurzen Moment kam Enttäuschung in mir hoch. Das war da, als Sie meinte, dass sie gleich abgeholt werden würde um auf eine andere Party zu fahren als zu der, die ich mit Carpinus und Tilia und eigentlich ihr besuchen wollte. Doch das kleine Tief löste sich nach ihrem zweiten Satz schon gleich wieder in ein herrliches Wohlbefinden auf. Als sie sagte, dort wäre sie nur für ein Stündchen und kommt danach auch noch auf unsere Party. Blieb nur die 50/50 Frage nach dem Wer, der oder die sie abholen wollte. Wie sich herausstellte entschied sich das Los gegen mich. Er war groß, blond, cool gekleidet und leicht bekifft, was sein Erscheinungsbild wiederum leicht relativierte. Schwamm drüber!
Du bist das was du verachtest, hab ich mal in dem Text einer alten Hardcoreband gelesen. Eigentlich war ich ja nicht wirklich in der Position mich daran aufzuziehen, daß der Typ bekifft war und wahrscheinlich auch noch ein kleiner Verticker ist. Er hatte Weed für einen 20ger oder so dabei, welches er für Freunde mitgebracht hatte. Schließlich war ich um nichts besser. Wahrscheinlich noch eher schlimmer. Denn ich hatte den kompletten November die Uni geschwänzt und gleich nach dem Frühstück eine Flunte geraucht um den Rest des Tages vor der Glotze und dem Rechner zu verbringen. Vielleicht keine anerkennende Leistung, aber eine meisterliche! Das schaffen bestimmt nicht viele. Aber auch hier Schwamm drüber.
Kiffen wird überbewertet. Die die rauchen schenken ihm zu viel Bedeutung und die die es verbieten wollen auch. Aber das ist ein anderes Thema.
Dann eben das vierte Bier her und versuchen das Angenehmste aus dem Abend zu ziehen. Tschüss hab ich gesagt, als die Beiden aufbrachen. Ich lehnte mich zurück, zog ein Bein an, parkte es an der Tischkante, nahm einen großen Schluck und ließ den Abend auf mich zu kommen. Sie war weg und ich auf dem Weg besoffen zu werden. Na wunderbar. Nach etwas anderem war mir in dem Moment auch nicht zu Mute. Der Besuch für den das Weed geliefert wurde kam bald und testete die neue Ware. Ich brauchte nichteinmal ablehnen als das Zeug angetestet wurde, denn mir wurde die Tüte ohnehin nicht angeboten. Aber darüber war ich eigentlich auch dankbar.
Irgendwann gings los. Wir fuhren auf die Party, welche bis dahin mäßig besucht war. Ich bediente mich beim Bier und machte erstmal eine kleine Besichtigungstour. Die Party entwickelte sich noch ganz anständig. Über Blockflöte spielen, Leute aus dem Fenster anpöbeln beziehungsweise sie doch hoch zu bitten bis saudoofe Sachen auf Klebeband zu schreiben und das irgendwem heimlich auf den Rücken zu kleben. Kindisch für einen 29 jährigen, aber witzig. Als das Bier nicht mehr reichte, um den Pegel des besoffen sein auf dem Pegel der Party zu halten, griff ich zur Schöpfkelle, die in diesem Eimer auf Tauchfahrt war. Dieser war vielleicht noch zu 1/3 mit echt eigenartiger Bowle gefüllt. Aber Ansprüche hatte ich zu der Zeit sowieso nicht mehr. Um ehrlich zu sein trinke ich auch weniger wegen des Geschmacks, als viel mehr um die Wirkung.
Natürlich war sie auch auf der Party, aber ohne diesen Typen. Zumindest kann ich mich nicht mehr daran erinnern ihn da gesehen zu haben. Sie tanzte, wir sprachen ab und zu und wir bedienten uns auch bei der Bowle.

Irgendwann stand ich mit einem der dortigen Bewohner in der Küche. Wir packten uns jeweils ein bisschen Essen zusammen. Sie kam rein flüsterte ihm etwas zu, woraufhin er die Küche verließ. Sie schloss die Tür, setzte mich auf einen Stuhl und sie sich auf meine Beine und küsste mich. Ich war komplett überwältigt. Nach ein paar Sekunden Verwunderung realisierte ich was gerade passierte und begann ihre Aktion völlig zu genießen und zu erwidern.

Stunden später trafen wir uns unten auf der Straße. Ob das zufällig passierte oder geplant war, kann ich gar nicht mit Bestimmtheit sagen. Ich schloss mein Fahrrad auf. Sie hatte sich mit dem Auto bringen lassen. Also gingen wir Heimwärts. Was in diesem Falle zu ihr bedeutete. Doch schon vielleicht 200m weiter hielt sie ein Taxi an. Ich stellte mein Rad an die Seite und setzte mich zu ihr auf die Rückbank.

Dienstag, 23. September 2008

Montag, 22. September 2008

* Hennekens Skydive

Unglaublich!! Müsste ich dieses Erlebnis mit einer Note zwischen 1-10 in der Kategorie Empfehlenswert beurteilen, würde ich eine 11 vergeben .. . .

Um 12.30 sollten wir da sein, wegen einer kleinen Einführung in die Materie und Organisatorischen. Doch scheinbar schienen alle Anderen, die das seltene Glück hatten zum ersten mal in Ihrem Leben in 4000 Metern Höhe aus einem Flugzeug zu springen, angst zu haben den Flieger zu verpassen. Ich hatte mich demnach also als letzter anmelden dürfen, was uns eine Wartezeit von fast dreieinhalb Stunden bescherte. Allerdings war das leichte Ärgernis darüber nach dem Sprung wie weggeblasen. Außerdem war es allerfeinstes Wetter und bestens dazu geeignet sowieso draußen abzuhängen.

Irgendwann ging dann jedenfalls mein Name durch die Lautsprecherboxen und in freudiger Erwartung bin ich zu Jeroen dem Kameramann, der mich begleiten sollte. In Niederländisch erklärte er mir erstmal was gleich alles passieren würde und nachdem ich ihm erklärt hatte, dass ich zwar Hendrik heiße aber deswegen noch lange nicht Dutch sondern Deutsch bin verständigten wir uns in letzterem weiter.

Dirk mein Tandemmaster, der nach ca. 3700 Sprüngen wahrscheinlich ein Buch während des Falls hätte lesen können, händigte mir dann meinen Anzug aus und verzurrte schonmal das Geschirr. Für den Weg zum Flugzeug schnappte er sich noch fix ein Brötchen und ab die Post . . . . . . .. .. .. . . .. .... . .. die Cessna stand noch still und der Pilot, als ob er nicht unbedingt das größte Vertrauen in entweder seiner Flugkunst oder seine Maschine setzte, zog auch erstmal einen Fallschirm an.
Dann ging es endlich los!
Alles einsteigen - Instrumente überprüfen - Steuerung testen - Startknopf drücken - FEHLZÜNDUNG!!?!
Angesichts der Tatsache, dass ich mit einem Fallschirm verbunden war konnte ich das aber mit Humor nehmen.

Dann ging es wirklich los. Erneute Zündung und ab zur Startbahn, wobei sich Jeroen irgendwie in den vorderen Teil der Cessna lehnen musste da wir ansonsten hinten zu schwer und mit dem Arsch des Flieger über den Asphalt gekratzt wären. Endlich in der Luft schraubten wir uns 20 Minuten lang bis auf 4km Höhe. Der Pilot gab grünes Licht und die Türplane wurde nach oben gerollt. Jeroen stieg schonmal aus und stellte sich auf ein Trittbrett aussen am Flugzeug. Dann krochen Dirk und ich zur Tür. Wie vorher besprochen, an den Rand setzen, die Beine unter das Flugzeug klemmen und den Kopf nach hinten legen. Zwei Sekunden später verdoppelte sich mein Pulsschlag. Bei knapp 200km/h Fallgeschwindigkeit peitscht der Wind wie ein D-Zug an deinen Ohren vorbei. Es ist laut, wahnsinnig hoch und total krank. Dein Bauchnabel bildet die kürzeste Entfernung bis zum Boden.
Ein Gefühl als würden deine gesamten Gedärme bereits 10 Meter unter dir voraushängen. Nach 10 Sekunden hab ich dann erstmal realisiert was gerade passiert und ich bin vielleicht im Kopf "etwas" ruhiger geworden, aber auch nur ein klitzekleines bisschen. Auf gleicher Höhe ca. 20-30 Meter vor uns kam Jeroen bis auf einen halben Meter angeflogen. Er machte ohne es zu wollen ein witziges Gesicht und hat wahrscheinlich das Gleiche von meinem gedacht, bedingt durch das Adrenalin aber auch aufgrund des Windes, der mehr Reibung bietet als ich je gedacht hätte. Wir nahmen wieder etwas Abstand und drehten uns 4-5mal im Kreis und steuerten dann wieder auf Jeroen zu.
Mein Master und Jeroen machten noch ein paar faxen und nach ca. 50 Sekunden zog Dirk die Leine. Das gab einen Ruck und ich war verwundert, wie schnell wir langsam wurden und Jeroen wie Scheiße in die Unendlichkeit fiel. Zack. .. . . .weg war er! Dann ist es ruhig geworden. Richtig still. Der Wind hat aufgehört zu rauschen, ich konnte die Brille abnehmen und den Gleitflug zur Erde geniessen. Wir machten wieder ein paar Drehungen mal links mal rechts rum. Irgendwann gab Dirk mir die Steuerlaschen und ich durfte mal übernehmen. 2 Minuten später setzten wir zu Landung an. Beine nach vorne strecken und . . . . ... ... Kontakt.
Ich war total aus dem Häuschen. Dauergrinsen und zitternde Hände!!!!!!!!
Dirk hat sich sofort den nächsten Schirm geschnappt und ist wieder nach oben. Ich brauchte noch den Rest des Tages um mich wieder zu beruhigen.



Dienstag, 16. September 2008

* The Bollock Brothers (13.09.2008) -Gleiss22


Die Vorband haben wir sausen lassen und sind pünktlich zum ersten Song ins Gleiss. Schnell bis nach ziemlich vorne gedrängelt, was dann doch einigen Besuchern nicht so sehr gefiel, wie es Ihnen wahrscheinlich 1979 scheissegal gewesen wäre.

Jock McDonald bürgerlich Patrick O'Donnell (Jahrgang ´56) in feinstem Nadelstreifenanzug. Ich dachte zuerst: Ha! . . . .. wie der Sohn von Rod Stewart - am Ende des Konzerts: Ne! eher wie der Bruder von Paul McCartney. Jedenfalls im echten Leben keins von Beidem, sondern Konzertorganisator von Johnny Rottens erster Band PIL und unter die Arme greifer für Rottens jüngeren Bruder Jimmy Lydon.

In den 1986/87 Jahren gab es ein treffen mit Serge Gainsbourg -französische Chanson Größe, jener hatte 1967 den Hit "Harley Davidson" für Brigitte Bardot geschrieben. Bei dem Treffen erklärte sich Gainsbourg bereit seinen Song abzugeben. Die Bollock Brothers machten "Harley David" daraus und landeten damit 1987 im Fernsehen beim Formel Eins.
In neuer Besetzung also mal wieder auf Tour . . . .. .. . .



Mr. McDonald kündigte auch seinen Gitarre spielenden Cousin aus Glasgow an. "Hey, das ist . . . .. . . .. . . .! Mein Cousin aus Glasgow! . . . .. . ist erst seit kurzem wieder aus dem Knast raus. Er war im Puff und konnte nicht bezahlen! Also ist er an der Regenrinne runtergeklettert und unten habe die Cops schon gewartet. Die haben ihn dann mit zur Wache genommen. Als sie dann rausfanden, dass er Glasgow-Fan ist (gemeint war der Fussball Verein) haben sie ihn da behalten." . . . -das Publikum war begeistert!

Der Cousin, Jock McDonald und der Bassmann