Montag, 22. September 2008

* Hennekens Skydive

Unglaublich!! Müsste ich dieses Erlebnis mit einer Note zwischen 1-10 in der Kategorie Empfehlenswert beurteilen, würde ich eine 11 vergeben .. . .

Um 12.30 sollten wir da sein, wegen einer kleinen Einführung in die Materie und Organisatorischen. Doch scheinbar schienen alle Anderen, die das seltene Glück hatten zum ersten mal in Ihrem Leben in 4000 Metern Höhe aus einem Flugzeug zu springen, angst zu haben den Flieger zu verpassen. Ich hatte mich demnach also als letzter anmelden dürfen, was uns eine Wartezeit von fast dreieinhalb Stunden bescherte. Allerdings war das leichte Ärgernis darüber nach dem Sprung wie weggeblasen. Außerdem war es allerfeinstes Wetter und bestens dazu geeignet sowieso draußen abzuhängen.

Irgendwann ging dann jedenfalls mein Name durch die Lautsprecherboxen und in freudiger Erwartung bin ich zu Jeroen dem Kameramann, der mich begleiten sollte. In Niederländisch erklärte er mir erstmal was gleich alles passieren würde und nachdem ich ihm erklärt hatte, dass ich zwar Hendrik heiße aber deswegen noch lange nicht Dutch sondern Deutsch bin verständigten wir uns in letzterem weiter.

Dirk mein Tandemmaster, der nach ca. 3700 Sprüngen wahrscheinlich ein Buch während des Falls hätte lesen können, händigte mir dann meinen Anzug aus und verzurrte schonmal das Geschirr. Für den Weg zum Flugzeug schnappte er sich noch fix ein Brötchen und ab die Post . . . . . . .. .. .. . . .. .... . .. die Cessna stand noch still und der Pilot, als ob er nicht unbedingt das größte Vertrauen in entweder seiner Flugkunst oder seine Maschine setzte, zog auch erstmal einen Fallschirm an.
Dann ging es endlich los!
Alles einsteigen - Instrumente überprüfen - Steuerung testen - Startknopf drücken - FEHLZÜNDUNG!!?!
Angesichts der Tatsache, dass ich mit einem Fallschirm verbunden war konnte ich das aber mit Humor nehmen.

Dann ging es wirklich los. Erneute Zündung und ab zur Startbahn, wobei sich Jeroen irgendwie in den vorderen Teil der Cessna lehnen musste da wir ansonsten hinten zu schwer und mit dem Arsch des Flieger über den Asphalt gekratzt wären. Endlich in der Luft schraubten wir uns 20 Minuten lang bis auf 4km Höhe. Der Pilot gab grünes Licht und die Türplane wurde nach oben gerollt. Jeroen stieg schonmal aus und stellte sich auf ein Trittbrett aussen am Flugzeug. Dann krochen Dirk und ich zur Tür. Wie vorher besprochen, an den Rand setzen, die Beine unter das Flugzeug klemmen und den Kopf nach hinten legen. Zwei Sekunden später verdoppelte sich mein Pulsschlag. Bei knapp 200km/h Fallgeschwindigkeit peitscht der Wind wie ein D-Zug an deinen Ohren vorbei. Es ist laut, wahnsinnig hoch und total krank. Dein Bauchnabel bildet die kürzeste Entfernung bis zum Boden.
Ein Gefühl als würden deine gesamten Gedärme bereits 10 Meter unter dir voraushängen. Nach 10 Sekunden hab ich dann erstmal realisiert was gerade passiert und ich bin vielleicht im Kopf "etwas" ruhiger geworden, aber auch nur ein klitzekleines bisschen. Auf gleicher Höhe ca. 20-30 Meter vor uns kam Jeroen bis auf einen halben Meter angeflogen. Er machte ohne es zu wollen ein witziges Gesicht und hat wahrscheinlich das Gleiche von meinem gedacht, bedingt durch das Adrenalin aber auch aufgrund des Windes, der mehr Reibung bietet als ich je gedacht hätte. Wir nahmen wieder etwas Abstand und drehten uns 4-5mal im Kreis und steuerten dann wieder auf Jeroen zu.
Mein Master und Jeroen machten noch ein paar faxen und nach ca. 50 Sekunden zog Dirk die Leine. Das gab einen Ruck und ich war verwundert, wie schnell wir langsam wurden und Jeroen wie Scheiße in die Unendlichkeit fiel. Zack. .. . . .weg war er! Dann ist es ruhig geworden. Richtig still. Der Wind hat aufgehört zu rauschen, ich konnte die Brille abnehmen und den Gleitflug zur Erde geniessen. Wir machten wieder ein paar Drehungen mal links mal rechts rum. Irgendwann gab Dirk mir die Steuerlaschen und ich durfte mal übernehmen. 2 Minuten später setzten wir zu Landung an. Beine nach vorne strecken und . . . . ... ... Kontakt.
Ich war total aus dem Häuschen. Dauergrinsen und zitternde Hände!!!!!!!!
Dirk hat sich sofort den nächsten Schirm geschnappt und ist wieder nach oben. Ich brauchte noch den Rest des Tages um mich wieder zu beruhigen.



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