Dienstag, 7. Oktober 2008

* Zandvoort 03.-05.Okt.

Es klingelt, ich drücke den Summer, höre Schritte auf der Treppe. 13Sekunden später steht Gerrit in der Tür. Nach einem "Moin" und ein bisschen small talk packen wir die Sachen zusammen und gehen zum Wagen. Ein silberner Rover. Aber auch so ein Wagen ist nur so gut, wie sein Fahrer. Für die ersten 7km haben wir bereits 45min oder so gebraucht . . . - Stau!! Also weiter über die Landstraße bis wir wieder einigermaßen auf Kurs sind.

Nach einer gefühlten Ewigkeit kommen wir in Zandvoort an und parken direkt an der Strandpromenade. Wunderbar!! Ich habe bis jetzt kaum einen besseren Nordseestrand gesehen als den in Zandvoort. In einem Café am Strand trinken wir ein paar Kaffee und warten auf einen Anruf von den Anderen, die das Apartment gemietet haben. Doch der Anruf lässt auf sich warten. Die beste Antwort auf warten am Strand ist . . .... .. . . Kibbeling am Strand. Also zweimal Kibbeling mit Knoblauchsauze + Cola und einmal Calamaris. . . .. . . . mmmmhhh.. . . .!!

Endlich rufen die Anderen an. Cornelis Slegerstraat 1 ins Navy eingegeben und zwei Minuten später sind wir da. Die Treppe in den zweiten Stock wurde wahrscheinlich original aus einem Fischkutter ausgebaut und dann neu in das Haus hinein verklebt. Unglaublich steil. Nach kurzem PiPaPo über die Bettenverteilung sind wir in den Supermarkt. Ein paar Euro sind von der Buchung über, mit denen wir uns den Kühlschrank für das Wochenende voll packen wollen. Irgendwie kommt es dazu, daß wir zwei Einkaufswagen durch den Supermarkt schieben. Die Meute schwärmt aus und jeder packt sich worauf er Bock hat. Das Ergebnis ist eine exorbitante Menge an Orangensaft .. . .. ich glaube das sind 10,5 Liter, die gesamte Vla vielfalt des Supermarktes, circa 6-8 große Tüten, um den Einkauf überhaupt nach Hause zu bekommen und keine Brötchen!! Dafür allerdings bin ich noch schnell zu Gal&Gal gegenüber (ein Spirituosengeschäft dessen Name noch Programm werden wird) und hab zur Feierlichkeit meines Geburtstages eine große Flasche Smirnoff und eine etwas kleinere Flasche Genever gekauft. Letztere ist originally Dutch.

Mit großartig Essen machen halten wir uns nicht auf. Ich serviere zum Entreé ein Prosecco, weil ich bin alweer een jaar ouder! Beim Singstar spielen reiche ich zum Hauptgang Genever. Der Genever wird dann ziemlich schnell von Dr. Smirnoff abgelöst. Und das alles auf einer stetig währenden Grundlage von Onkel Heineken. Jeder macht da so seine eigenen, speziellen Erfahrungen.

The Day After! 4/6 gehen nach dem Frühstück die Heinekenvorräte auffrischen. Twee halen twee betaalen. Danach met de Brummfiets an Straand und treffen dort zufällig den schon seit ewigkeiten verstorbenen Polarforscher Amundsen!

Der auf uns zu kommende Boudewijn hat besten Kibbeling im Anhänger und begrüßt unsere Bestellung. Zweimal Kibbeling mit Knoblauchsauze + Fanta und einmal Garnelen. . .. . . . . .mmmhh!!!

Mit von Fett durchgespülten Arterien sind wir auf dem Weg zum Apartment. Schnell schließen wir Wii an und bleiben irgendwann bei Mariokart hängen.

Dieser Abend wird bei weitem nicht so laut wie der erste. Beschädigt geben wir unser Bestes, doch reichen tut das nicht. Nudeln mit Tomatensoße befüllen den Magen mit dem erst abgedauten Kibbeling. Der Genever ist immer noch leer, an den Wodka traut sich keiner mehr so richtig aber die zwei Kisten Heineken sind auf wunderbare Weise am nächsten Morgen leer. Bevor wir allerdings pennen gehen, müssen Amundsen und sein Begleiter nochmal an Straand.

Es weht sehr starker Wind. Ein Wind gegen den man sich anlehnen kann. Amundsen verkleidet sich erstmal wieder mit seiner Ausrüstung. Bereit den Südpol erneut zu erreichen tritt er als erster auf den weichen Sand. "Wie Schnee" gibt er zu bemerken. Mir war sofort klar - der Mann weiss wovon er spricht. Wir wagen uns weiter zur Brandung. Amundsen macht einen Windstärketest. Er öffnet seine Jacke, breitet sie wie Batman aus und lehnt sich gegen den Wind. "Boah! Wasn Wind" . . . . . .... .Amundsen hat sicherlich schon viel erlebt, doch das er das hier in dieser Situation bemerkt macht mich nachdenklich. Nachdenklich ob wir jemals wieder den Weg nach Hause finden würden.

Nun beginne ich mit meinen Experimenten unter Extrembedingungen. Ich öffne den Reisverschluss meiner Hose und beginne zu pinkeln. Seitlich zum Wind stehend muss ich erkennen, wie der Strahl im rechten Winkel von der Austrittsstelle abgelenkt wird. "Jau, stimmt wohl" bestätige ich Amundsens Erkenntnis. Wahnsinn!! . . . . .... .. . . . . . . Als weiteren Test schlägt Amundsen den Bierflaschenspaziergangstest vor. Wir legen unsere entleerten Flaschen seitlich auf den Boden. Unsere Beobachtungen sind bahnbrechend . . ... . .die Flaschen rollen fort. Und Amundsen und ich können mühelos mit den rollenden Flaschen schritt halten und gehen neben ihnen spazieren.

Nach Beendigung unserer Experimente machen wir uns auf den Heimweg. Im Lager angekommen finden wir wieder die wohlige Gemütlichkeit und Wärme vor, die wir vor Monaten verlassen hatten. Nachdem wir unsere Geschichten erzählt haben, gehen wir zu Bett und bekommen endlich den wohlverdienten Schlaf, den uns die Durchführung unserer Experimente solange raubte.

5 Kommentare:

  1. Mein lieber Scott, ein ganz fabulös vorgetragener Tatsachenbericht, Ich ziehe die Bärenfellmütze...

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  2. hört sich juuuuht an! hach, wie gern wäre ich dabei gewesen. son scheiss. weihnachten wieder kegeln, ne?!

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  3. Logeintrag 24.10.2008:

    Die Region der Pine Island Bay in der südlichen Amundsensee ist von besonderem Interesse, weil sich dort in den letzten 20-30 Jahren der Abfluss des Pine-Island-Gletschers und des Thwaites-Gletschers, zweier großer Gletschersysteme des Westantarktischen Eisschildes, enorm beschleunigt hat. Auch in der Vergangenheit schwankte das Volumen dieser Gletscher.

    Da muss ich mir meine Kapartenpfeife stopfen und eine Lösung finden.

    Aber erst mal herzlihen Glückwunsch zum Weblog.

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